Umsetzung des EEffG

Organisationen in Österreich werden durch gemäß § 9 Energieeffizienzgesetz (EEffG) dazu verpflichtet, für die Periode 2015 bis 2020 abhängig von ihrer Größe Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu setzen, zu dokumentieren sowie der Monitoringstelle zu melden.

Dabei wird in „große“ und „kleine Unternehmen“ unterschieden; die Grenzwerte richten sich nach der EU-weiten Definition für KMUs. Wird bei einem Unternehmen mit max. 249 Mitarbeitern nur einer der drei Schwellenwerte (MA, Umsatz, Bilanzsumme) überschritten, dann gilt es weiterhin als kleines Unternehmen. Werden die Schwellenwerte sowohl für Umsatz wie auch für die Bilanz überschritten, so gilt es als großes Unternehmen, obwohl es von der Mitarbeiteranzahl her noch ein mittleres Unternehmen wäre.

Um das Energieeffizienzgesetz (EEffG) umzusetzen, muss eine Organisation in Österreich folgende Schritte setzen:

  • Klärung, ob es im Sinn des Energie-Effizienzgesetzes als „großes Unternehmen“ gilt
    (Anm.: ≥ 250 MA, Umsatz > EUR 50 Mio., Bilanzsumme > EUR 43 Mio.)

  • Trifft dies zu, muss die Organisation entscheiden, ob es ein externes Energieaudit durchführt oder ein Managementsystem (ISO 50001, ISO 14001, EMAS III) einführt

  • Mitteilung der gewählten Variante an die Energieeffizienz-Monitoringstelle musste bereits bis Ende Jänner 2015 erfolgt sein

  • Einführung eines Managementsystems bzw. Erweiterung des bestehenden Managementsystems

  • Durchführen des internen Energieaudits

  • Durchführen des externen Energieaudits

  • Information der Energieeffizienz-Monitoringstelle über die Ergebnisse des Energieaudits sowie Übermittlung des entsprechenden Zertifikats

  • Jährliche Information der Energieeffizienz-Monitoringstelle über die erzielten Effizienzsteigerungen


Das Energieeffizienzgesetz (EEffG) sieht unter § 31 Verwaltungsstrafen vor, wenn das Gesetz nicht entsprechend umgesetzt wird.
Für Unternehmen gelten unter anderem die folgenden Bestimmungen:

  • Geldstrafen bis zu EUR 20.000:
    … wenn falsche Angaben zur Größe des Unternehmens, zu getroffenen Maßnahmen (Energieaudit oder Managementsystem) gemacht werden
    … wenn das Energieaudit nicht rechtzeitig durchgeführt wurde bzw. ein Managementsystem nicht entsprechend eingeführt wurde
  • Geldstrafen bis zu EUR 10.000:
    … wenn Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz nicht gesetzt, dokumentiert und gemeldet werden
    … wenn die Meldepflicht gegenüber der Monitoringstelle nicht eingehalten wird oder der Monitoringstelle keine Einsicht in Daten gewährt wird

Quellen:
BMWFW
Beitrag: „Die Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes – eine Herausforderung für Unternehmen in Österreich“ (Dipl.-Ing. Dr. techn. Michael Schaller)

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Dipl.-Ing. Harald Staska

Dipl.-Ing. Harald Staska

Gründer & Geschäftsleitung von C.O.M.E.S; Berater, Trainer und Auditor,
Delegierter im technischen Komitee ISO/TC 176/SC 2 (Anm.: ISO 9001), Delegierter im Projekt Komitee ISO/PC 302 (Anm.: ISO 19011) sowie Experte von Austrian Standards International im Komitee 129 – Qualitätsmanagementsysteme.

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